Über uns und wie es angefangen hat:
Löschfahrzeug

Die ersten Anfänge der FFW von Hohenstein-Ernstthal

Der Ursprung der Freiwilligen Feuerwehr für die damals noch selbständigen Städte Hohenstein und Ernstthal reicht bis in das Jahr 1851 zurück und ist, wie bei vielen anderen Entwicklungen, eng mit den revolutionären Traditionen der deutschen Arbeiterklasse verbunden. Zu dieser Zeit wird bereits das Vorhandensein zweier Feuerrettungsscharen in diesen beiden Städten urkundlich erwähnt«
Die Mitglieder dieser Feuerrettungsscharen waren vorwiegend Turner der im Jahre 1350 durch Beschluß der preußischköniglichen Regierung aufgelösten fortschrittlichen bzw. revolutionären Turnvereine.
In Archivunterlagen, ist nachzulesen, daß Mitglieder dieser Turnvereine, wie zum Beispiel
Friedrich August  Döring  und Friedrich Wilhelm  Heller, an den im Jahre 1849 in Dresden stattgefundenen Aufständen gegen die preußische Reaktion teilnahmen» Von der bürgerlichen Geschichtsschreibung blieb die Existenz der Turnvereine unter der Bezeichnung Feuerrettungsschar weitestgehend unerwähnt, weil auf Geheiß der damaligen königlichen Regierung nur diejenigen Personen den Feuerrettungsscharen angehören durften, die im Besitz der politischen Ehrenrechte waren, einen tadellosen Ruf besaßen und regierungstreues Denken und Handeln bewiesen.
Zur Mitte des 19 Jahrhunderts wurden von beiden Städten ernsthafte Bemühungen angestellt, um sehr häufig auf tretende Brände einzudämmen und zu bekämpfen. Viele Bürger mußten hilflos zusehen, wie ihr Hab und Gut ein Raub der Flammen wurde. Die aus den Turnvereinen hervorgegangenen sogenannten Feuerrettungsscharen waren mangels geeigneter Ausrüstungen gar nicht in der Lage, entstandene Brände wirksam zu bekämpfen. Im Volksmund wurden diese Feuerrettungsscharen auch "Donnerwachen" genannt, weil sich deren Mitglieder jeweils bei Gewitter stellen mussten.
 
 

    Manschaft der FFW Hohenstein-Ernstthal
        am alten Standort Neumarkt
 
 
  Mehrere Brände innerhalb weniger Tage in Ernstthal führten schließlich dazu, daß am 10. Mai 1856 die Ernstthaler
Feuerrettungsschar und am 19. Mai des gleichen Jahres die Feuerrettungsschar in Hohenstein gegründet wurde. Als einheitliche Kleidung beider Feuerwehren wurde getreu der bisherigen Tradition die turnkutte mit Leibriemen und grauem Filzhut gewählt.
Zu den Ausrüstungen einer Feuerrettungsschar jener Zeit gehörten vierrädrige und von Pferden gezogene schwerfällige Spritzen, einholmige Steigleitern, von Hand gezogene Geräte- und Requisitenwagen und eine freistehende
zweiteilige Schiebeleiter.

Erst 35 Jahre nach der Gründung dieser Feuerwehren, also 1891, konnte die erste mechanische Schiebeleiter als eine wesentliche Modernisierung zum Einsatz gebracht werden.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Feuerlöschkorps beider Städte zu festgefügten und wohlgeordneten Mannschaften entwickelt. Die in den sechziger und siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts vor allem in Hohenstein aufgetretenen sehr häufigen Brände, bildeten für beide Wehren eine wesentliche Grundlage für ihre weitere Ausbildung. Es ist dabei durchaus verständlich, daß so mancher Feuerschaden größeres Unheil angerichtet hat, bevor die Feuerlöschscharen durch ihre primitive Technik und ihre langsamen Fortbewegungsmittel am Schadensort eingetroffen waren..
Bis zum Jahre 1896 wurden bei Bränden die vorhandenen Löschspritzen im sogenannten Eimerkettenverfahren mit Wasser versorgt.
Da auch in den beiden Städten Hohenstein und Ernstthal um die Jahrhundertwende die Anzahl der Brände zunahm, war der Einsatz einer   fahrbaren Saug- und Druckpumpe unvermeidlich geworden, da die für den notwendigen Wassertransport, erforderliche Anzahl von Mannschaften nicht vorhanden war.
Vorhandene Aufzeichnungen besagen, daß der größte Teil der Ausrüstungen sowie auch die Uniformen und die Steigerhäuser von den Mitgliedern selbst finanziert wurden und von amtlicher Seite keine Förderung erfahren haben. Öffentliche Veranstaltungen der Feuerwehren dienten dazu, zusätzliche finanzielle Mittel zu erhalten, um weitere moderne Ausrüstungen zur Brandbekämpfung anschaffen zu können.
Aus der Chronik ist ebenso ersichtlich, daß im Jahre 1898 der monatliche Beitragssatz pro Mitglied um 5 Pfennige erhöht wurde, um den Ankauf moderner Technik zu beschleunigen.
Mit dem monatlichen Beitragssatz von insgesamt 25 Pfennigen pro Mitglied wurden die Fonds für Neuanschaffungen und die Kasse zur Unterstützung für unverschuldet in Hot geratene Feuerwehrleute finanziert.
Seit ihrem Bestehen waren die Feuerwehren in Hohenstein und Ernstthal bemüht, sich für den Kampf mit den Naturgewalten zu stählen und diese auch gemeinsam zu bannen, so das sich die Kameradschaft zwischen den beiden 

Nicht selten kam es dabei vor, das sich jedoch der Heimatstolz der Bürger zu ihrer Wehr zum Lokalpatriotismus  steigerte.
So soll es zu jener Zeit oftmals vorgekommen sein, das die Einwohner des Ortes, in dem es brannte, der anderen Wehr, die offensichtlich zuerst an der Feuerstelle eingetroffen war, alle erdenklichen Schwierigkeiten bereitete, nur weil die einheimische Feuerwehr noch nicht zur Stelle war. Durch derartiges Verhalten brannten fast ganze Straßenzüge ab, nur weil die Bürger die Meinung vertraten,
 

“das ist unser Feuer, das geht euch nichts an”.


Die Vereinigung der beiden Städte zu Hohenstein-Ernstthal im Jahre 1898 führte auch zum Zusammenschluß der bis dahin sich selbständig entwickelten Freiwilligen Feuerwehren. In einem Protokoll der    2. Kompanie (ehemalige Ernstthaler Feuerwehr) wird bedauert, 

"daß nunmehr das Vergnügen, bei einem Feuer in Hohenstein eine Prämie zu holen, vorbei sei."
Die im Jahre 1898 in unserer Stadt in Betrieb genommene Hochdruckwasserleitung war ein wesentlicher Fortschritt und wirkte sich für die Brandbekämpfung günstig aus.
Die Gründung der Feuerwehr im Ortsteil Hüttengrund, der bis zu Beginn des Jahres 1909 teilweise zu Oberlungwitz, Kuhschnappel und Langenberg gehörte, geschah etwa gleichermaßen wie die Gründung der Wehren von Hohenstein und Ernstthal.
Die Ursache dazu war, das ein in Brand geratenes Gehöft durch die Freiwillige Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal nicht gelöscht werden durfte, weil die Oberlungwitzer Turnerfeuerwehr dafür zuständig sei.
Bevor jedoch diese Wehr mittels Feuerhorn alarmiert werden konnte, hatte das Großfeuer das Objekt total vernichtet. So geschah es, das die Bürger im Ortsteil Hüttengrund auf eigenen Bekämpfung entstehender Brände am 5.November 1905 ihre Freiwillige Feuerwehr gründeten. Ihre Ausrüstung bestand aus einer Handdruckspritze und ein paar Schläuchen. Uniformen und Schutzhelme gab es hingegen noch nicht.
Im. Jahre 1926 zählte die 1. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr (ehemalige Hohensteiner Wehr) 100 aktive Mitglieder, die 2.Kompanie (ehemalige Ernstthaler Wehr) 110 und die 3. Kompanie (ehemalige Hüttengrunder Wehr) 72 aktive Mitglieder, obwohl der  l. Weltkrieg große Lücken in die Reihen der Feuerwehr gerissen hatte.
Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr von Hohenstein-Ernstthal an die 180 Mitglieder.